Für Expats, die in Japan den Job wechseln (転職 – Tenshoku), ist das Vorstellungsgespräch nicht nur ein Test Ihrer Japanischkenntnisse, sondern der entscheidende Moment, um zu zeigen, ob Sie die Person sind, mit der das Unternehmen zusammenarbeiten möchte.
Dieser Artikel fasst alles zusammen, was Sie brauchen: die richtige Einstellung zum Vorstellungsgespräch, die Vorbereitung, häufige Fragen auf Japanisch mit Antwortbeispielen, das korrekte Auftreten am Tag des Gesprächs (sowohl persönlich als auch online) und eine Checkliste für die Zeit davor.
Was wird bei einem Vorstellungsgespräch in Japan wirklich bewertet?
Das Wichtigste an einem Vorstellungsgespräch sind die Dinge, die nicht aus den Unterlagen hervorgehen. Ihre Erfahrung wird natürlich vertieft abgefragt, aber der Großteil davon wurde bereits in der Vorauswahl der Dokumente geprüft. Was genauer unter die Lupe genommen wird, ist: Was für ein Mensch sind Sie? Ihr Enthusiasmus für das Unternehmen und die Position, Ihre Werte, wie gut Sie zur Unternehmenskultur passen und Ihre Kommunikationsfähigkeit im direkten Gespräch. Kurz gesagt, die Kernfrage jedes Vorstellungsgesprächs lautet: "Ist das jemand, mit dem ich zusammenarbeiten möchte?" Wenn Sie das verstehen, werden Sie aufhören, Antworten auswendig zu lernen, und anfangen, wie ein zukünftiger Kollege zu kommunizieren.
Unterschied zwischen Unterlagenscreening und Vorstellungsgespräch
Die Anzahl der Interviewrunden bei einem Jobwechsel liegt meistens bei 2 Runden, kann aber je nach Unternehmen variieren (1 bis 3 Runden), manchmal ergänzt durch Eignungstests, Hausaufgaben oder den SPI-Test. Jede Runde dauert in der Regel 30 Minuten bis 1 Stunde. Der entscheidende Punkt: Die Interviewer in jeder Runde haben unterschiedliche Positionen, daher achten sie auch auf unterschiedliche Aspekte.
Abteilungsleiter/Fachbereich, 1.–2. Runde: Fachkenntnisse und praktische Erfahrung, Denkweise, Fähigkeit, Erfolge und die Gründe dafür zu erläutern. Unternehmensleitung/Vorstand, 2. Runde – Finale: Wille, Vision, Übereinstimmung mit der Unternehmensausrichtung, Konsistenz zu den vorherigen Runden.
Wenn Sie vorab wissen, wer Sie in welcher Runde interviewt, können Sie sich gezielt auf deren Erwartungen vorbereiten.
💡 Ein Vorstellungsgespräch entwickelt sich durch den Dialog zwischen Ihnen und dem Interviewer. Wenn Sie so sehr darauf fixiert sind, Ihre PR-Inhalte "abzuspulen", dass das Gespräch unnatürlich wirkt, ist das kontraproduktiv. Interviewer sind auch nur Menschen; wenn Sie eine angenehme Gesprächsatmosphäre schaffen, wird auch Ihre Bewertung besser ausfallen. Augenkontakt und ein freundliches Lächeln sind zwei kleine, aber wichtige Faktoren.
Die 3 Säulen jeder Antwort
Dies ist das wichtigste Prinzip, das darüber entscheidet, ob Sie einen "glaubwürdigen" Eindruck hinterlassen. Die drei Kerninhalte, die Sie während des gesamten Interviews präsentieren, müssen logisch ineinandergreifen:
Grund für den Jobwechsel: Was Sie durch diesen Wechsel erreichen möchten.
Bewerbungsmotivation: Warum ausgerechnet dieses Unternehmen.
Selbst-PR: Welchen Beitrag Sie für das Unternehmen leisten können.
Wenn diese drei Säulen in unterschiedliche Richtungen weisen, wird der Interviewer zögern, Ihnen eine Zusage zu geben. Betrachten Sie das Vorstellungsgespräch als eine Präsentation, in der Sie beweisen, dass Ihre Einstellung sowohl für das Unternehmen als auch für Sie selbst von Vorteil ist.
💡 Logische Verknüpfung: Nutzen für Sie ⇄ Nutzen für das Unternehmen = Plausibilität der Einstellung
Unterschiedliche Erwartungen je nach Alter
Bewerber in den 20ern / wenig Erfahrung: Zeigen Sie den Unterschied zu Absolventen auf. Neben grundlegender Etikette sollten Sie Eigeninitiative, Lernbereitschaft und die Fähigkeit zum selbstständigen Denken betonen, um den Eindruck zu vermitteln, "sofort einsatzbereit" zu sein. Arbeitgeber erwarten, dass Sie weniger Einarbeitungskosten verursachen als Berufseinsteiger.
Bewerber in den 30ern: Beweisen Sie, dass Sie schnell Ergebnisse liefern können. Es wird erwartet, dass Sie schneller produktiv sind als jüngere Kollegen. Neben persönlicher Reife müssen Sie klar formulieren, "was Sie in der Organisation bewirken" und "wie Sie beitragen möchten". Bereiten Sie Beispiele für Problemlösungen vor, die auf Daten und Zahlen basieren, nicht nur auf Gefühl oder Erfahrung.
Bewerber ab 40 Jahren: Betonen Sie fundiertes Wissen und umfangreiche Erfahrung. Da Ihre Lebens- und Berufserfahrung deutlich größer ist, müssen Sie die Bedürfnisse des Unternehmens genau verstehen und Lösungen für organisatorische Probleme vorschlagen. Die Anpassungsfähigkeit an die Unternehmenskultur wird hier besonders kritisch geprüft. Prahlen Sie nicht nur mit Ihren Fähigkeiten, sondern zeigen Sie auch Teamfähigkeit und eine bescheidene Haltung.
Vorbereitung auf das Gespräch: Unternehmensrecherche und Übung
Egal wie gut Ihre Fähigkeiten sind, ohne Vorbereitung wird es schwierig. Zwei Dinge sind vor dem Tag des Interviews obligatorisch: Unternehmensrecherche und Sprechtraining.
Gezielte Unternehmensrecherche
Die Unternehmensrecherche (企業研究 – Kigyō Kenkyū) kann ausufern, konzentrieren Sie sich daher auf drei Achsen:
Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft: Geschichte, Größe, Marktposition und vor allem die zukünftige Ausrichtung sowie die Vision des Unternehmens.
Geschäftsinhalt und Stärken: Wie verdient das Unternehmen Geld, was wird an wen wie verkauft und was macht es besser als die Konkurrenz?
Unternehmenskultur: Welche Art von Menschen und Denkweisen werden begrüßt? Wenn es Mitarbeiterinterviews oder vom Unternehmen veröffentlichte Artikel gibt, lesen Sie diese aufmerksam – sie sind eine Goldgrube für eine überzeugende Motivationsbegründung.
💡 Falls möglich, testen Sie selbst Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens. Ein Satz wie "Ich habe Dienstleistung X ausprobiert und dabei festgestellt, dass..." hat mehr Gewicht als jedes allgemeine Lob.
Natürliches Sprechen statt Auswendiglernen
Übermitteln Sie Ihre Antworten am Tag des Gesprächs mit Aufrichtigkeit und lesen Sie kein "Skript" vor. Das Auswendiglernen ganzer Passagen lässt Sie wie einen Roboter wirken. Stattdessen:
Mit Keywords arbeiten: Merken Sie sich die Kernbotschaft jedes Satzes statt des gesamten Wortlauts.
Output trainieren: Wenn Sie zu langen Sätzen neigen, stoppen Sie die Zeit; wenn Sie Schwierigkeiten mit der Mimik haben, üben Sie vor dem Spiegel oder nehmen Sie sich per Video auf.
Rollenspiele: Bitten Sie jemanden, den Interviewer zu spielen. Teilen Sie vorab Ihre Schwachpunkte mit, damit die Simulation zielgerichtet ist, und bitten Sie um Feedback zu Sprechgeschwindigkeit, Gestik und Mimik.
Häufige Fragen in japanischen Vorstellungsgesprächen und wie man sie beantwortet
Hier sind die Fragen, die in fast jedem Interview gestellt werden, zusammen mit dem, was Arbeitgeber eigentlich hören wollen, und Antwortbeispielen.
1. "Bitte stellen Sie sich kurz vor" (自己紹介 - Jiko Shōkai)
Der Einstieg entscheidet über den ersten Eindruck. Es wird darauf geachtet, ob Sie Ihren Werdegang kurz, verständlich und freundlich präsentieren und dabei Augenkontakt halten. Beispiel:"Vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen. Nach meinem Abschluss habe ich etwa 3 Jahre im IT-Vertrieb gearbeitet, von der Neukundenakquise bis zu Vertragsverhandlungen. Diese Erfahrung in Bezug auf Geschwindigkeit und Qualität möchte ich gewinnbringend in Ihr Unternehmen einbringen." → Halten Sie sich kurz (~1 Minute), bleiben Sie höflich und betonen Sie die Schnittstellen zum Unternehmen.
2. "Was sind Ihre aktuellen Aufgaben?" (仕事内容 - Shigoto Naiyō)
Listen Sie nicht nur Aufgaben auf, sondern verknüpfen Sie diese mit Erfolgen und Ihrer Eigeninitiative. Beispiel:"Ich bin für den Verkauf von Herrenmode in einem Bekleidungsgeschäft zuständig. Da unsere Kunden sehr anspruchsvoll sind, achte ich stets auf Materialien und Verarbeitung, um fundiert beraten zu können. Dadurch konnte ich meine Umsatzziele übertreffen und wurde zusätzlich mit dem Setup einer neuen Filiale betraut."
3. "Was sind Ihre Stärken?" (長所 - Chōsho)
Der Kern sollte immer eine Übereinstimmung mit dem gesuchten Profil sein. Vermeiden Sie allgemeine Aussagen wie "Ich bin sehr motiviert". Beispiel:"Meine Stärke ist es, Arbeitsprozesse zu optimieren. In meiner administrativen Rolle habe ich Abläufe überprüft und die Datenverwaltung mit Excel verbessert. Dieses Know-how habe ich geteilt, um die Effizienz der gesamten Abteilung zu steigern."
4. "Was sind Ihre Schwächen?" (短所 - Tansho)
Zu sagen "Ich habe keine Schwächen" ist ein Tabu (es zeigt mangelnde Selbstreflexion). Wählen Sie eine Schwäche, deren Kehrseite eine Stärke ist, und zeigen Sie, wie Sie daran arbeiten. Beispiel:"Da ich Entscheidungen sehr sorgfältig treffen möchte, zögere ich manchmal etwas zu lange. Ich arbeite daran, schneller und dennoch präzise zu entscheiden, indem ich lerne, Daten schneller im Gesamtkontext zu erfassen."
5. "Was ist Ihnen bei der Arbeit wichtig?" (大切にしていること)
Durch Ihre Prinzipien misst man Ihre Denkweise und Kompetenz. Vermeiden Sie Offensichtliches wie "Pünktlichkeit". Beispiel:"Ich versuche stets, die Erwartungen meines Gegenübers zu verstehen und zu übertreffen, egal ob es sich um Kunden oder Kollegen handelt. Dabei lege ich besonderen Wert auf Qualität und schnelle Rückmeldungen."
6. "Welchen Nutzen hat das Unternehmen, wenn wir Sie einstellen?" (採用メリット)
Klingt hart, bedeutet aber eigentlich: "Machen Sie Eigenwerbung" und zeigt gleichzeitig, wie ruhig Sie unter Druck bleiben. Sprechen Sie nicht nur von bloßem Willen. Beispiel:"Ich bringe eine starke Beratungskompetenz und Ausdauer mit. Auch wenn ich zuvor als Hochzeitsplaner gearbeitet habe, sind die Fähigkeiten, Kundenbedürfnisse zu strukturieren und Beziehungen aufzubauen, genau das, was ich erfolgreich in diese Vertriebsposition übertragen kann."
💡 Tipp: Wenn Ihnen provokante Fragen gestellt werden, denken Sie: "Sie testen gerade meine Reaktion unter Stress". So bewahren Sie die Ruhe.
7. "Warum möchten Sie den Job wechseln?" (転職理由 - Tenshoku Riyū)
Geben Sie nicht dem Unternehmen oder anderen die Schuld. Verwandeln Sie "Dinge, die ich hasse" in "Dinge, die ich erreichen will", und erwähnen Sie, was Sie nach dem Wechsel tun möchten. Beispiel:"Ich möchte eine Tätigkeit ausüben, die einen direkten Mehrwert für den Kunden schafft. In meiner jetzigen Position sehe ich die Reaktion der Kunden kaum, was mich zunehmend unzufrieden macht. Daher möchte ich in einen Bereich mit mehr Kundenkontakt wechseln."
8. "Warum möchten Sie in ein Feld wechseln, in dem Sie keine Erfahrung haben?" (未経験 - Mikeiken)
Hier wird Ihre Ernsthaftigkeit geprüft. Vage Begründungen wirken oft so, als wollten Sie nur dem alten Job entfliehen. Verknüpfen Sie es mit echten Erfahrungen. Beispiel:"Durch Systemfehler in meinem aktuellen Unternehmen habe ich gemerkt, wie frustrierend es ist, für Korrekturen immer auf die IT angewiesen zu sein. Ich möchte selbst die technischen Fähigkeiten erwerben, um Kunden bei ähnlichen Problemen direkt helfen zu können."
9. "Sie haben eine Stelle nach sehr kurzer Zeit verlassen, warum?" (短期離職)
Wenn es am Unternehmen lag (Stellenabbau, Vertragsende), sagen Sie es offen. Wenn es an Ihnen lag, seien Sie ehrlich bezüglich der Fehleinschätzung und erklären Sie, wie Sie sicherstellen, dass sich das nicht wiederholt. Beispiel:"Ehrlicherweise hatte ich damals meine eigenen Prioritäten beim Eintritt in das Unternehmen noch nicht klar definiert. Dieses Mal möchte ich meine vorhandenen Fähigkeiten gezielt einsetzen und habe eine klare Vorstellung von meiner langfristigen Entwicklung."
10. "Sie haben schon oft den Job gewechselt, warum?" (転職回数)
Eine Antwort, die mangelnde Geduld oder fehlende Bindung vermuten lässt, ist ein K.O.-Kriterium. Zeigen Sie ein konsistentes Ziel und Gründe für eine langfristige Zusammenarbeit auf. Beispiel:"Die Anzahl der Wechsel mag hoch erscheinen, aber jeder Schritt folgte dem Ziel, meine Fachkompetenz kontinuierlich zu erweitern. Nun möchte ich diese gesammelte Erfahrung langfristig in Ihr Unternehmen einbringen."
📌 Ab wann gilt es als "viel"? In den 20ern ab 2-mal, in den 30ern ab 3-mal, in den 40ern ab 4-mal, in den 50ern ab 5-mal oder öfter.
11. "Was haben Sie während Ihrer Beschäftigungslücke gemacht?" (ブランク)
Man prüft Ihre Arbeitsmotivation und Gesundheit. Wenn Sie gelernt oder relevante Tätigkeiten ausgeübt haben, erwähnen Sie das. Wenn es eine Krankheit war, die nun geheilt ist, versichern Sie, dass diese die Arbeit nicht mehr beeinträchtigt. Beispiel:"Ich habe mich nach einer Verletzung auf die Genesung konzentriert und bin nun wieder voll belastbar. Während dieser Zeit habe ich mich weitergebildet und das Buchhaltungszertifikat (Level 2) erworben, bevor ich mit der Jobsuche begann."
12. "Warum bewerben Sie sich bei uns?" (志望動機 - Shibō Dōki)
Prüft den Willen und die Tiefe der Unternehmensrecherche. Vermeiden Sie Floskeln wie "Ich identifiziere mich mit Ihrer Vision" und auf keinen Fall sollten Gehalt oder Benefits der Hauptgrund sein. Beispiel:"Mich reizt die Möglichkeit, hier Erfahrungen in verschiedenen Geschäftsmodellen zu sammeln. Ich möchte meine Managementerfahrung nutzen, um Know-how aufzubauen und mich langfristig zur Regionalleitung weiterzuentwickeln."
13. "Warum nicht bei einem Konkurrenten aus der gleichen Branche?" (同業他社)
Finden Sie das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens und verknüpfen Sie es mit Ihrem Karrierepfad. Beispiel:"Mich fasziniert Ihre Strategie zur Markterweiterung in Südostasien. Ich möchte zunächst im Inland Ergebnisse erzielen und mich dann an diesem Bereich beteiligen – das ist der Grund, warum ich mich für Sie und gegen die Konkurrenz entschieden habe."
14. "Bei welchen anderen Unternehmen bewerben Sie sich?" (他社)
Prüft, ob Ihr Kurs konsistent ist. Sie müssen nicht lügen und sagen "nur bei Ihnen", aber die Auswahl sollte zu Ihrer PR passen. Beispiel:"Ich konzentriere mich auf Positionen als Buyer im Modebereich. Ich habe noch einige andere laufende Bewerbungen, aber Ihr Unternehmen gehört zu meinen absoluten Favoriten."
15. "Was möchten Sie in unserem Unternehmen erreichen?" (やりたいこと)
Schwerpunkt: Nutzt das, was Sie tun möchten, dem Unternehmen? "Ich mache alles" bedeutet meistens, dass man keine klare Vorstellung hat. Beispiel:"Als Webdesigner möchte ich dazu beitragen, Kundenprobleme aus der Designperspektive zu lösen – nicht nur rein optisch, sondern auch durch proaktive Vorschläge zur Produktstruktur."
16. "Wie sieht Ihr Karriereplan aus?" (キャリアプラン)
Prüft die Zielstrebigkeit. Vermeiden Sie Abstraktes oder rein private Pläne wie "In 10 Jahren mache ich mich selbstständig". Beispiel:"In meinen 20ern möchte ich ein Full-Stack-Engineer werden; aktuell lerne ich Python. Danach möchte ich meine Coding-Kenntnisse mit Managementerfahrung kombinieren, um ein Team als Playing Manager zu leiten."
17. "Haben Sie zum Abschluss noch Fragen?" (逆質問 - Gyakushitsumon)
Dies ist Ihre letzte Chance zur Eigenwerbung. Wenn Sie wirklich interessiert sind und gut recherchiert haben, ergeben sich Fragen von selbst. Stellen Sie mindestens 3 Fragen. Vermeiden Sie Fragen zu Benefits oder Dingen, die man leicht googeln kann. Beispiele für gute Fragen:
"Bezüglich Ihrer Expansionspläne im Ausland, die auf der Homepage erwähnt werden: Welche Vertriebskanäle planen Sie dafür primär zu nutzen?"
"Welche Qualitäten sind für eine Führungsposition in Ihrem Haus besonders wichtig und wie viele Jahre Erfahrung werden dafür üblicherweise vorausgesetzt?"
💡 Vermeiden Sie es, "Nein, keine Fragen" zu sagen, da dies mangelndes Interesse signalisiert.
18. Übung für ein natürliches Auftreten
(Siehe auch den Abschnitt "Natürliches Sprechen" oben.) Kernpunkt: Merken Sie sich Keywords, führen Sie Rollenspiele mit anderen durch und lassen Sie sich Feedback zu Sprache und Körpersprache geben, um blinde Flecken aufzudecken.
Umgangsformen am Tag des Gesprächs: Persönlich und Online
Aus der Perspektive "Kann ich mit dieser Person zusammenarbeiten?", spielen Auftreten und Äußeres eine enorme Rolle. Es ist nicht selten, wegen "nachlässigem Äußeren" oder "nervöser Körpersprache" abgelehnt zu werden.
Persönliches Vorstellungsgespräch
Äußeres: Kleidung ist ein Business-Anzug (Suit); das Hemd/die Bluse muss glatt gebügelt sein, die Schuhe geputzt. Vermeiden Sie Tabak- oder Schweißgeruch. Parfüm kann negativ auffallen, am besten weglassen.
Ankunftszeit: Erscheinen Sie am Empfang ca. 5 Minuten vor dem Termin. Zu frühes Erscheinen (>10 Minuten) kann ebenfalls als unhöflich empfunden werden. Bei Verspätungen durch öffentliche Verkehrsmittel müssen Sie unbedingt anrufen.
Im Raum: Klopfen Sie 3-mal, bevor Sie eintreten, und sagen Sie "失礼します" (Shitsurei shimasu). Setzen Sie sich erst, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Nehmen Sie Visitenkarten mit beiden Händen entgegen und verbeugen Sie sich leicht. Schalten Sie Ihr Handy aus. Halten Sie stets Augenkontakt, lächeln Sie freundlich, sitzen Sie aufrecht und unterbrechen Sie niemals Ihr Gegenüber.
💡 Die meisten Arbeitgeber geben an, dass das Äußere das Ergebnis beeinflusst. Damit ist jedoch nicht die Attraktivität gemeint, sondern wie gepflegt und ordentlich Sie auftreten.
Online-Vorstellungsgespräch (Web)
Mimik: Über den Bildschirm ist Enthusiasmus schwerer zu vermitteln. Sprechen Sie daher etwas lauter, deutlicher und freundlicher als persönlich. Nicken Sie deutlich und zeigen Sie klare Reaktionen.
Hintergrund: Setzen Sie sich vor eine neutrale Wand. Ihr Anzeigename sollte Ihr voller Name sein. Vermeiden Sie virtuelle Hintergründe, da diese bei Bewegungen oft flimmern.
Blickkontakt: Positionieren Sie die Kamera auf Augenhöhe (nutzen Sie bei Bedarf eine Halterung). Schauen Sie beim Sprechen direkt in die Kamera, nicht nach unten auf den Bildschirm.
Technik: Loggen Sie sich 5–10 Minuten vorher ein. Nutzen Sie Kopfhörer mit Mikrofon. Machen Sie keine Bildschirmfotos oder Aufnahmen. Bei Verbindungsproblemen rufen Sie sofort die bereitgestellte Notfallnummer an und entschuldigen Sie sich aufrichtig.
Häufige Gründe für Absagen
Gründe für eine Zusage sind vielfältig, aber Gründe für eine Absage folgen oft einem festen Muster. Kennen Sie diese, um sie zu vermeiden:
Negative Gründe für den Jobwechsel / Schuldzuweisungen an andere, mangelnde Selbstreflexion über das Ausscheiden.
Die Motivation beschränkt sich auf "Ich möchte mein jetziges Umfeld ändern", ohne eine klare Vorstellung davon, was man eigentlich tun will; oder die Ziele sind zu abstrakt ("Fähigkeiten verbessern", "Wissen aneignen").
Man denkt nur an den eigenen Nutzen; vage Wünsche ohne erkennbare Anstrengung zur Umsetzung.
Die Auswahl der Unternehmen/Branchen wirkt willkürlich und nicht konsistent → mangelndes echtes Interesse; Fokus liegt zu stark auf Gehalt/Benefits statt auf dem Unternehmen selbst.
Falsche Uhrzeit notiert; Verspätung ohne Meldung oder Eintreten ohne Entschuldigung für die Verspätung.
Mangelndes Interesse während der Unternehmensvorstellung / gelangweiltes Zuhören.
Wirkt wie das Vorlesen eines Skripts ohne echte Emotionen; unterbricht den Interviewer; hektisches Nicken, das wie Drängeln wirkt.
Bei Web-Interviews: Teilnahme aus dem Auto ohne Vorankündigung; unpassender Anzeigename oder privater Hintergrund; störende Tippgeräusche auf der Tastatur.
Wechselgrund – Motivation – Selbst-PR sind konsistent.
Mindestens 3 Gegenfragen vorbereitet, die Interesse zeigen (keine Gehaltsfragen).
Kleidung und Unterlagen geprüft; bei Web-Interviews Verbindung, Kamera und Ton getestet.
Notfallnummer für den Fall von Störungen bereitgelegt.
Leitfaden für Vorstellungsgespräche in Japan
Dieses PDF-Handbuch enthält den gesamten Prozess von der Vorbereitung über die Unternehmensrecherche bis hin zu häufigen Fragen mit Antwortbeispielen sowie Verhaltensregeln für persönliche und Online-Gespräche.
Vorstellungsgespräche in Japan sind kein bloßes Abfragen von Wissen, sondern ein Dialog, um festzustellen, ob Sie und das Unternehmen zusammenpassen. Behalten Sie drei Dinge im Kopf: Konsistenz zwischen Wechselgrund, Motivation und Selbst-PR; eine tiefe Unternehmensrecherche für konkrete Aussagen; und ein natürliches Auftreten statt Auswendiglernen. Wenn Sie die oben genannten Fragen gut vorbereiten, sind Sie den meisten anderen Bewerbern bereits einen großen Schritt voraus.
Wir wünschen Ihnen viel Selbstvertrauen und drücken die Daumen für Ihr Wunsch-Jobangebot!
Hallo zusammen. Ich bin ein IT-Ingenieur, der in Japan arbeitet. Ich habe diesen Blog erstellt, um Erfahrungen über das Leben und meine Lern- und Arbeitsreise zu teilen. Ich hoffe, dieser Artikel wird für Sie hilfreich sein.
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